Was man auf Facebook NICHT posten sollte

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Gemäß Facebook-Gründer/-chef Mark Zuckerberg sei es die inoffizielle Mission, „die Welt offener und miteinander verbunden werden zu lassen.“ Doch es gibt Grenzen, wie offen man auf Facebook sein sollte. Auch wenn man vielleicht gerne Fotos und Statusmeldungen teilt, gibt es doch ein paar Informationen, die man besser nicht teilen sollte.

Wer beobachtet deine Schritte auf Facebook? Arbeitgeber, Stalker, Fahnder, und sogar Versicherungsunternehmen sind bekannt dafür, Facebook-Profile nach Informationen abzuscannen. Genauso beunruhigend sind Berichte über Facebook-Account-Hacker, die Benutzer durch Identitätsbetrug gefährden. Selbst wenn man seine persönlichen Informationen durch die „Nur Freunde“-Einstellung schützt, besteht eine gute Chance, dass man sich bei Facebook mit jemandem „befreundet“, den man kaum kennt oder nie getroffen hat.

Welche Details sollte man besser niemals verraten? Es folgen ein paar Tipps, welche Dinge man am besten aus seinem Facebook-Leben heraus hält. Danach könnte man sich noch ein paar Posts durchlesen, auf Grund derer Menschen gefeuert wurden, und ein paar, welche zu Inhaftierungen führten.

Wie denkt Ihr über die Sicherheit bei Facebook? Bitte schreibt fleißig Kommentare! Und gerne auch Hinweise, wie die nun folgende Liste ggf. erweitert werden sollte.

Geburtsdatum und -ort

Es mag ja nett sein, auf Facebook Geburtstagswünsche entgegenzunehmen, und trotzdem sollte man es sich zweimal überlegen, bevor man sein komplettes Geburtsdatum offenzulegt. Beth Givens, Executive Director bei Privacy Rights Clearinghouse, behauptet, das sei so, als ob man Dieben seine Finanzsicherheit überreiche. Carnegie-Mellon-Forscher entdeckten kürzlich sogar, dass sie Sozialversicherungsnummern rekonstruieren konnten – nur mit Geburtsdatum und -ort. Statt nun das Geburtsdatum komplett zu entfernen oder wegzulassen, könnte man z.B. einfach ein Datum wählen, dass nur ein paar Tage neben tatsächlichen liegt.

Mädchenname der Mutter

„Der Mädchenname der Mutter ist ein besonders wertvoller Informationshappen, nicht zuletzt weil er oftmals als Antwort zu Sicherheitsabfragen diverser Website dient,“ schreibt die New York Times. Kreditkartenunternehmen, Provider und viele andere Firmen verlassen sich regelmäßig darauf, dass wir diese persönliche Information behüten. (Obwohl ich persönlich schon immer der Meinung war, dass dies eine lächerlich leicht zugängliche Information ist. Von daher wähle ich hier grundsätzlich eine andere Sicherheitsfrage aus, wenn möglich, oder wähle einen fiktiven Mädchennamen als Antwort.)

Heimadresse

Die eigene Adresse zu veröffentlichen, ermöglicht es jedermann zu sehen, wo und wie man lebt – vom Ex-Partner bis hin zum Arbeitgeber. Sich derart zu öffnen, könnte negative Auswirkungen haben: z.B. indem Diebe an Facebooknutzer gingen, die meldeten, dass sie nicht zuhause seien.

Längere Reisen

Statusmeldungen, die darüber informieren, wann man nicht zuhause ist, sollte man lieber unterlassen, rät New York Times-Kolumnist Ron Lieber. Wenn man seine Urlaubsdaten verbreitet, verrät man vielleicht weniger vertrauenswürdigen Facebook-„Freunden“, dass das eigene Heim leer und unbewacht ist. Wenn schon, dann sollte man auch daran „erinnern“, dass man über Alarmanlage und Wachhund verfügt. ^^

Kurztrips

Auch wenn neue Features wie Facebook Orte einen dazu verführen, überall einzuchecken und damit bekanntzugeben, wo man sich gerade befindet (im Restaurant, im Park oder in einem Geschäft), sollte man dies nicht allzu leichtfertig tun. Nachrichten wie „Bin joggen“ oder „Der wöchentliche Einkauf…“ seien keine gute Idee, so Identity Theft 911. „Diebe könnten eine solche Information für einen Einbruch nutzen.“

Unangebrachte Fotos

Heute weiß so ziemlich jeder, dass einen rassistische, illegale oder anderweitig belastende Fotos auf Facebook den Job kosten können (oder schlimmeres). Aber auch gelöschte Fotos können zu einem zurück kommen.

Ars Technica entdeckte kürzlich, dass die Facebook-Server gelöschte Fotos noch nach unbestimmter Zeit wieder herstellen können. „Es ist möglich,“ so ein Facebook-Sprecher zu Ars Technica, „dass jemand, der kurz zuvor noch Zugang zu einem Foto hatte und die direkte URL des Inhalts über unseren Inhalte liefernden Netzwerkpartner gespeichert hat, immer noch Zugriff auf das Foto hat.“

Bekenntnisse

Mauscheleien mit der Steuer? Hass auf den Boss? Die Zeche geprellt? Sag es nicht auf Facebook. Die Privatsphäre-Einstellungen der Site erlauben die Kontrolle darüber, mit wem man welche Informationen teilt – z.B. durch eine Gruppe, die nur aus den engsten Freunden besteht. Doch einmal gepostet, kann es schwierig werden, Beweise unrühmlicher oder gar illegaler Aktivitäten zu vernichten. Und noch schwieriger, zu verhindern, dass diese Informationen verbreitet werden. Und wo.

Es gibt zahllose Beispiele von Mitarbeitern, die entlassen wurden, weil sie auf Facebook zu offen geplappert haben, und ebenso viele von Menschen, die wegen des gleichen Delikts im Gefängnis gelandet sind. Auch Trunkenheit kann Folgen haben.

Die Telefonnummer

Bitte darauf achten, wo man die eigene Telefonnumer hinterlässt. Schreibt man sie ins Profil, hat – abhängig von den Privatsphäre-Einstellungen – selbst der entfernteste Facebook-„Freund“ Zugriff darauf; auch Ex-Partner, Grundschulkontakte, Freunde von Freunden usw.) könnten dann plötzlich anrufen. Auch, sie auf Facebook-Unternehmensseiten zu posten, kann Ärger bedeuten. Entwickler Tom Scott hat eine App namens Evil gebastelt, die Telefonnummern anzeigt, die irgendwo(!) auf Facebook veröffentlicht wurden. Scott: „Es gibt unzählige Gruppen auf Facebook mit Namen wie ‚Hab mein Telefon verloren!!! Brauche eure Nummern!!!!!‘. Die meisten davon sind ‚öffentlich‘, und viele verstehen einfach nicht, was das im Facebook-Kontext bedeutet – für Facebook heißt ‚öffentlich‘: sichtbar für jedermann, ob Facebook-Mitglied oder nicht.“

Countdown zum Urlaub

CBSMoneyWatch.com warnt die Nutzer sozialer Netzwerke, dass ein Countdown bis zum Urlaub genauso fahrlässig sein kann, wie das Vermelden, wie lange der Urlaub dauert. „Es gibt sicher bessere Arten, ‚Bitte raubt mich aus!‘ zu sagen als ‚Countdown für Maui! Zwei Tage noch, und wir checken im Ritz Carlton ein!‘ auf [eine Social-Networking-Plattform]. Aber es will einem kaum eine bessere einfallen. Wenn man möchte, kann man die Fotos ja nach der Rückkehr posten. Aber ladet Kriminelle nicht ein, in dem man ihnen sagt, wann genau man weg sein wird,“ schreibt MoneyWatch.

Namen der Kinder

Für Identitätsdiebe sind auch Kinder beliebte Ziele. „Verwenden Sie keine Kindernamen in Foto-Tags oder Bildunterschriften,“ schreibt Consumer Reports.„Wenn es jemand anderes tut, entfernden Sie den Tag. Wenn Ihr Kind nicht auf Facebook ist und jemand den Namen in eine Bilduntschrift einfügt, bitten Sie diese Person, den Namen zu entfernen.“

Das eigene „Risikoverhalten“

CBSMoneyWatch.com schreibt:

„Man schnappt sich seinen Camaro-Klassiker für ein Straßenrennen, segelt mit dem Drachenflieger über die Hügel oder raucht wie ein Schlot? Gemäß Insure.com wenden sich immer mehr Versicherer dem Web zu, um herauszufinden, ob Antragsteller und Kunden ihr Leben oder ihren Besitz auf’s Spiel setzen.“

Es gibt außerdem Berichte, dass Versicherungsunternehmen Prämien danach anpassen, was Versicherungsnehmer bei Facebook schreiben. Davon ausgehend, dass Kriminelle High-tech-Tools wie Google Streetview oder Facebook verwenden, um potentielle Opfer auszumachen, „wäre ich nicht überrascht, wenn im Zuge steigender Beliebtheit sozialer Medien und mehr ortsabhängiger Applikationen, Versicherungen überlegen, ihre Preisgestaltung an ein individuelles Risikoverhalten anzupassen,“ sagt Darren Black, Leiter Hausversicherungen bei Confused.com.

Das eigene Zuhause

Identity Theft 911 erinnert Facebook-Nutzer daran, niemals den Grundriss der eigenen Wohnung oder des eigenen Hauses und die darin befindlichen Werte offenzulegen.

Das eigene Profil in einer öffentlichen Suche

Wer will schon, dass das eigene Facebookprofil – selbst so scheinbar harmlose Informationen wie Geschlecht, Name oder Profilbild – in einer Google-Suche auftauchen? Wer das nicht möchte, sollte sein Profil per Einstellung davor schützen, in Suchmaschinenergebnissen zu erscheinen. Consumer Reports empfiehlt dies, um Fremde davon abzuhalten, auf Ihre Seite zuzugreifen. Die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten sind zu finden unter Konto > Privatsphäre-Einstellungen.

Quelle: huffingtonpost.com

 

Autor: Ralf Heinrich

...ist verheiratet, Vater von zwei Söhnen und lebt seit der Jahrtausendwende im badischen Bühl. Der studierte Informationswissenschaftler und Werbe- und Marketingfachmann tauchte bereits 2005 in die Welt der Sozialen Medien ein, als XING noch openBC hieß und Facebook noch nicht wichtig zu sein schien. Er "lebt und atmet" Social Media durch XING, Facebook, Twitter & Co. und bloggt selbstverständlich auch. Bis 2014 beriet er zehn Jahre lang Firmen und Menschen im Umgang mit Social Media, gab ihnen Starthilfe, und entwickelte mit seiner Agentur, dem Kreativbüro, Werbe-Ideen und -Konzepte für seine Kunden. Heute leitet er für BELLIN das globale Marketing in Ettenheim.

7 Kommentare

  1. Es ist alles vollkommen richtig, was du in dem Blog-Beitrag geschrieben hast und dennoch ist es schwierig, das alles durchzuziehen. Facebook Places nutze ich z.B. aus eben diesem Grund nicht, weil nicht jeder wissen muss, wo ich gerade bin.
    Den „Freunden“ einen Urlaub vorzuenthalten, finde ich bei einer normalerweise 16 Stunden FB-Aktivität täglich schwierig. Denn stell dir vor, man ist plötzlich 2 Wochen lang nicht online – die Freunde würden mit Sicherheit die Polizei rufen, weil sie sich Sorgen machen.
    Ansonsten keine Einwände 🙂

  2. @Sandra: Das darf man auch nicht so dogmatisch sehen. Ich selbst befolge auch nicht alles genau so. Manchmal sogar bewusst. 😉

  3. Pingback: Was man auf Facebook NICHT posten sollte – Business 2.0 Blog

  4. Der Beitrag spricht mir aus dem Herzen; was alles so veröffentlicht ist schon erschreckend. Aber die Personen, die alles mitteilen sind die ersten, die Datenschutzbeauftragte anrufen oder sich über eine Bewertung ihrer Personen aufregen

  5. Pingback: Weihnachten 2.0.11: Mein persönlicher Jahresrückblick – Business 2.0 Blog

  6. Das Problem ist einfach mal, dass die User von Facebook noch zu wenig über die Einstellungsmöglichkeiten aufgeklärt sind. Ich bin mir sicher, dass sich fast jeder User Sorgen über seine Daten macht – aber nicht jeder weiss wie man diese durch Privatsphäreeinstellungen schützen kann. Vielleicht ist dies sogar durch Facebook gewollt? LG Tanja

  7. Ich stimme Dir zu, Tanja. Die meisten wissen gar nicht, wie gut die Einstellungsmöglichkeiten sind (und dass es sie gibt). Okay, sie sind komplex und durchaus etwas unüberschaubar auf den ersten Blick. Aber, hey, das sind sie, weil eben jeder alles nach Bedarf schützen oder freigeben kann. Eigentlich super. Nur eben etwas kompliziert…

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