Die Energiesparlampen-Lüge

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Ist Euch die sogenannte „Energiesparlampe“ auch irgendwie unsympathisch? Versucht Ihr auch immer noch, von überall her die gute, alte Glühbirne zu bekommen, wenn irgend möglich? Könnt Ihr Euch Eure Abneigung eigentlich gar nicht genau erklären? Habt Ihr an der einen oder anderen Stelle dennoch bereits „Energiesparlampen“ im Einsatz? Und fragt Ihr Euch, warum ich eigentlich „Energiesparlampen“ die ganze Zeit in Anführungszeichen setze? Euch kann geholfen werden! Denn Euer Gefühl trügt Euch nicht.

Die „Energiesparlampe“ ist eine einzige Lüge. Es beginnt damit, dass sie eigentlich ganz anders heißt, nämlich: Kompaktleuchtstofflampe. Die irreführende Bezeichnung „Energiesparlampe“ ist reines Marketing.

Am 1. September 2012 ist es soweit: Die letzten klassischen Glühbirnen werden vom Markt verschwinden, weil das Verbot der EU dann vollständig greift und auch die Birnen mit niedrigen Wattzahlen gesetzlich verbannt. Doch ist die Glühbirne wirklich so schlecht, wie sie gemacht wurde? Ein Hauptargument gegen sie ist die vergleichsweise geringe Haltbarkeit von nur 1.000 Betriebsstunden. Angeblich ist physikalisch einfach nicht mehr drin. Doch wie kommt es dann, dass es früher sehr wohl Glühbirnen mit 5.000 oder gar 7.000 Stunden Lebensdauer gab? Der Grund ist einfach: Den Herstellern war das zu lange. Denn je länger Lampen halten, desto weniger werden verlauft, desto weniger kann man verdienen. Daher haben sich Lampen-Hersteller wie General Electric (GE), Tungsram, Osram und Philips einst im Phoebus-Kartell zusammengeschlossen und entschieden, die Lebensdauer der Glühbirne generell auf maximal 1.000 Stunden festzusetzen. Dies ist sogar belegt durch die erhaltenen Verwaltungsakten von Osram, die im Landesarchiv Berlin hinterlegt sind. Übrigens: Selbst Thomas Edisons Glühbirne brannte bereits über 1.500 Stunden.

Und dann war da noch Dieter Binninger. Er erfand die patentierte sogenannte „Ewigkeitsglühbirne“, die eine Lebensdauer von 150.000 Stunden haben sollte. Die großen Hersteller hatten (naturgemäß) kein Interesse daran, sie zu produzieren. Und gerade als Binninger 1991 eine Leuchtmittelfabrik übernehmen wollte, um seine Erfindung selbst zu produzieren, stürzte er mit Flugzeug ab. Das nennt man dann wohl Pech…

Nun ja, okay, was soll’s. Aber was ist so schlimm an der Energiesparlampe?

  1. Die „Energiesparlampe“ hat angeblich eine Lebensdauer von 10.000 Betriebsstunden. Die Praxis und diverse Tests belegen aber, dass sie das im Regelfall nicht tut. Für die Behauptung aber genügt es, dass mehr als die Hälfte der Proben dies schaffen. Viele Lampen fallen aber deutlich früher aus. Zudem gibt es Langlebensdauerglühlampen, die auch schon (oder noch?) 6.000 Stunden halten. Die Anschaffungskosten einer „Energiesparlampe“ sind aber deutlich höher.
  2. Das Farbspektrum der „Energiesparlampe“ ist deutlich schlechter als das einer herkömmlichen Glühbirne. In der Abbildung sehen wir unten das Spektrum einer 11W-„Energiesparlampe“ und oben das einer 60W-Glühbirne (Bildquelle: Wikipedia). Mit einem Abbild des natürlichen Sonnenlichts, das uns und alles Leben auf Erden gedeihen ließ, hat das nichts mehr zu tun. Auch unsichtbare Bereiche wie das Infrarot fehlen vollständig. Es gibt noch keine Untersuchungen darüber, welchen Einfluss dies auf den menschlichen Organismus hat.
  3. Im für das menschliche Auge sichtbaren Bereich ist heute kein oder kaum noch Flackern der „Energiesparlampe“ erkennbar. Mit speziellen Geräten kann man aber sichtbar machen, dass es in Wahrheit immer noch da ist. Könnte es also sein, dass wir das Flackern unbewusst wahrnehmen und deshalb mehr Stress empfinden? Auch dies muss erst noch untersucht werden.
  4. In einer handelsüblichen „Energiesparlampe“ sind 32 Bauteile verbaut. Dies ist bedingt durch die ganze zusätzliche Elektronik, um die Lampe z.B. überhaupt erst einmal zu starten. Wie ist das unter dem Gesichtspunkt Elektroschrott und Umweltschutz zu bewerten?
  5. Durch die verbaute Elektronik und vor allem durch den Trafo (Transformator) in jeder Lampe wird die Belastung durch Elektrosmog erhöht. Es ist zwar pro Lampe nicht viel, aber das kann sich summieren. Und es kommt ja logischerwise zu unserer „natürlichen“ Strahlenbelastung (naturgegeben, Funknetze, usw.) noch on top!
  6. Und wem das alles noch nicht reicht, für den folgt nun das Argument überhaupt, warum „Energiesparlampen“ nicht nur nicht eingesetzt werden sollten, sondern ausnahmslos verboten gehören: Jede „Energiesparlampe“ enthält eine kleine Menge des hochgradig giftigen Elements QuecksilberQuecksilber ist hochgefährlich und daher in der EU – mit Ausnahme von Messgeräten für den wissenschaftlichen oder medizinischen Gebrauch – komplett verboten. Einzig für die „Energiesparlampe“ wurden Ausnahmeregelungen geschaffen, damit sie überhaupt gebaut und in Verkehr gebracht werden darf.
    Wie oft ist Euch zu Hause schon eine Glühbirne zu Bruch gegangen? Selten, oder? Aber es passiert hin und wieder. Und passiert dies mit einer „Energiesparlampe“ kann einmal schon reichen, um sich und andere zu vergiften und schwer körperlich (und in zweiter Instanz auch geistig) zu vergiften. Denn Quecksilber greift sofort und direkt das Zentrale Nervensystem an. Dafür muss man das Quecksilber nicht einmal berühren; das Einatmen der Dämpfe kann ausreichen.
    Übrigens ist der Maximalwert für Quecksilber in „Energiesparlampen“ auf 5 Milligramm festgelegt. Es gibt aber auch Lampen mit einem Quecksilbergehalt von nur 0,28 Milligramm. Wenn das funktioniert, warum wurde der Maximalwert dann nicht auf 0,5 statt 5 Milligramm festgesetzt?
    Nebenbei: Der tatsächliche Gehalt wird von der EU nicht kontrolliert. Und was glaubt Ihr eigentlich, wie groß die Anzahl der „Energiesparlampen“ für die „wissenschaftlichen“ Untersuchungen zur Gefährlichkeit der „Energiesparlampe“ war? 1.000? 50.000? 100.000? Nicht ganz. Es waren fünf. Ganze fünf Lampen. Und selbst von diesen fünf lag bereits eine über dem Maximalwert.

Warum also sollte ich mich diesen Risiken aussetzen, wenn es doch Alternativen gibt?

Was aber sind die Alternativen? Glühbirnen sind verboten. Das ist Fakt. Um zu ihnen zurückkehren zu dürfen, bräuchte es die Einsicht der EU, eine falsche Entscheidung zu Gunsten der „Energiesparlampe“ getroffen zu haben. Das ist so schnell nicht denkbar. Obwohl andere Länder, wie z.B. Neuseeland, bereits wieder zurückgerudert sind. Außerdem wäre es langfristig sicher sinnvoll, nur dann den Einsatz von Glühbirnen zu befürworten, wenn die Lebensdauer (wieder) erhöht wird.

Dennoch, es gibt weitere, bessere Alternativen, und zwar derer zur Zeit zwei: Halogen- und LED-Lampen.

Halogenlampen sind energiesparsamer als die Glühbirne, liefern aber deren brillantes Licht mit gutem Farbspektrum. Die Haltbarkeit und Energieersparniss ist je nach Ausführung (Hochvolt, Niedervolt oder IRC-Niedervolt) recht unterschiedlich, liegt aber irgendwo zwischen Glühbirne und LED.

LED (lichtemittierende Dioden) sind eigentlich nach aktuellem Stand die optimalen Leuchtmittel. Sie haben derzeit aber noch zwei entscheidende Nachteile: Zum einen sind sie noch nicht ganz ausgereift, zum anderen sind sie vergleichsweise sehr teuer. Die besten LED-Birnen kosten rund 30 Euro, während eine Glühbirne schon für ein paar Cent zu haben ist. Dafür haben LED-Lampen aber eine Lebensdauer von 20.000 bis 25.000 Stunden, also weit mehr als eine „Energiesparlampe“.

Nachteil: Sowohl bei Halogen- als auch bei LED-Lampen müssen sowohl Lampen als auf Trafosystem auf einander abgestimmt sein, um sie dimmbar zu machen. Bei „Energiesparlampen“ ist das zwar nicht der Fall, diese müssen aber von sich aus dimmbar sein. Und die dimmbaren „Energiesparlampen“, die ich persönlich zuletzt verwendet hatte, kosteten 15 Euro das Stück! Sie stammten von Megaman und waren noch nicht einmal richtig gut. Denn zum einen brauchten sie sehr lange, um nach dem Einschalten überhaupt mal richtig hell zu werden, und zum anderen war ein ordentliches stufenloses Dimmen, wie ich es von der Glühlampe kenne, nicht möglich. Im unteren Bereich gab es teils sogar massives Flackern. Dimmen ist also nochmal ein Thema für sich, das hier den Rahmen sprengen würde.

Übrigens: „Energiesparlampen“ werden doch recycelt, oder?

Radio Eriwan würde jetzt antworten: Im Prinzip ja. Aber: In ihrer ureigenen Richtlinie geht die EU davon aus, dass 80% (in Worten: 80 Prozent!!) der „Energiesparlampen“ in Europa nicht korrekt als Sondermüll entsorgt werden. Das bedeutet: Logischerweise gelangen diese Lampen zum einen dann nicht in den Recycling-Kreislauf der Lampen und zum anderen, dass durch das Quecksilber Mülltonnen und alles mögliche dauerhaft verseucht werden und das Gift so auch ins Grundwasser gelangt. Und selbst wenn die Lampen zum Sondermüll gebracht werden, so ist leider häufig zu beobachten, wie unwissend die „Fachentsorger“ oft selbst sind. Generell fehlt es gravierend an Aufklärung der Bevölkerung. So habe ich selbst in der Vergangenheit aus bloßer Unwissenheit schonmal die Leuchtsstoffröhren aus einem Aquarium mal eben mit dem Hämmerchen in die Reststofftonne gehauen. Und Leuchtstoffröhren – auch das muss man sich mal klar machen – sind nichts anderes als „Energiesparlampen“, nur in großer und gerader Form.

Wie konnte es überhaupt soweit kommen, dass die EU Glühbirnen verbietet?

Nun ja, die EU stand unter dem Druck, stets für Klima- und Umweltschutz zu kämpfen, aber beim Thema Licht kein Vorreiter zu sein. So hatte u.a. Australien bereits vorgemacht, die Glühbirne zu verbieten und stattdessen die „Energiesparlampe“ einzuführen.

Die Lobby der „Lichtmafia“ verstand es dann, im richtigen Moment Politik und Umweltschutzverbände wie Greenpeace für sich zu instrumentalisieren. Die EU bildete also einen sogenannten Komitologie-Ausschuss; eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema befassen sollte und der neben den Fachbeamten der EU-Länder auch Vertreter der Industrie angehörten. Dieser Ausschuss beriet sich und stimmte am Ende über eine Entscheidung ab, die dann an die EU-Kommission weitergeleitet wurde. An dieser Stelle nimmt der normalsterbliche EU-Bürger nun an, dass das Parlament nun auf Grundlage der Kommissionsentscheidung bzw. -empfehlung abgestimmt wird. Weit gefehlt! Es wird nur dann darüber abgestimmt, wenn ein entsprechender Antrag gestellt und dafür auch eine Mehrheit gefunden wird. Geschieht dies nicht, wird der Beschluss des Ausschusses praktisch automatisch Verordnung – und wird damit europaweit Gesetzt, in dem es dann in nationales Recht umgewandelt werden muss. Diese Vorgehensweise finde ich – gelinde gesagt – sehr fragwürdig.

 

Bitte helft mit, den Menschen die Augen zu öffnen! Schließt Euch Gleichgesinnten bei Facebook an, bleibt aktuell informiert und gebt uns ebenfalls neue Informationen, wenn Ihr welche bekommt! Zahlreiche Medien, darunter auch ARD, ZDF,  Pro Sieben, Spiegel, der viel beachtete Dokumentarfilm „Bulb Fiction“ u.v.a. haben sich bereits mit gleichem Gesamttenor mit der „Energiesparlampe“ befasst, und doch ist es ebenso erstaunlicher- wie erschreckenderweise so, dass die meisten Menschen sich der Gefahren und Probleme nach wie vor nicht bewusst sind. Das müssen wir dringend ändern. Es wäre doch mal schön, wenn wir es ausnahmesweise mal schaffen würden zu reagieren, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Hier nun die bereits erwähnte Doku „Bulb Fiction“ (2012) in voller Länge. Eineinhalb Stunden, die sich wirklich lohnen! Bitte seht Euch den Film an.

Die Energiesparlampen sind raus. Jetzt fehlt mir nur noch eine Alternative zu den Leuchtstoffröhren im häuslichen Aquarium. Hat da jemand Ideen?

Ich bin gespannt auf Eure Kommentare. Die Diskussion ist eröffnet. 🙂

Autor: Ralf Heinrich

...ist Vater von zwei Söhnen und lebt seit der Jahrtausendwende im badischen Bühl. Der studierte Informationswissenschaftler und Werbe- und Marketingfachmann tauchte bereits 2005 in die Welt der Sozialen Medien ein, als XING noch openBC hieß und Facebook noch nicht wichtig zu sein schien. Er "lebt und atmet" Social Media durch XING, Facebook, Twitter & Co. und bloggt selbstverständlich auch. Bis 2014 beriet er zehn Jahre lang Firmen und Menschen im Umgang mit Social Media, gab ihnen Starthilfe, und entwickelte mit seiner Agentur, dem Kreativbüro, Werbe-Ideen und -Konzepte für seine Kunden. Nachdem er dann für rund viereinhalb Jahre das globale Marketing für den Treasury-Spezialisten BELLIN in Ettenheim geleitet hat, führt er aktuell das Marketing-Team des Sicherheits-Systemhauses Securiton an.

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